LUX PERPETUA

LUX PERPETUA
eine Neuinterpretation von Mozarts Requiem

Mozarts letzte Komposition ist ein äußerst bewegendes, legendenumwobenes Werk mit einer bezeichnenden Pointe: das Requiem bleibt als Totenmesse, die verschiedene Dimensionen von Endlichkeit und Unendlichkeit beleuchtet, unvollendet. LUX PERPETUA rückt eine Auseinandersetzung mit unseren heutigen Vorstellungen von „Ewigkeit“ in den Fokus der Betrachtung. Im Introitus begegnen wir zwei verschiedenen Dimensionen von Ewigkeit: Requiem aeternam (ewige Ruhe) und lux perpetua (ewiges Licht). Während aeternam für alle Dimensionen von umfassender Unendlichkeit verwendet wird, kennen wir den Begriff perpetuum aus der Physik: ein sich fortwährend bewegendes perpetuum mobile, das ohne weitere Energiezufuhr ewig in Bewegung bleibt.
Zwischen diesen Spannungspolen einer Vorstellung von der Ewigkeit – ewige, statische Ruhe und kontinuierliche zirkuläre Bewegung – liegt der musikalische Grundgedanke.
Textpassagen, die in der spätmittelalterlichen Tradition Buße, Demut und Furcht vor dem Jüngsten Gericht ins Zentrum der Totenmesse rücken, berühren in anderer Perspektive existentielle menschliche Ängste, die immer noch hoch aktuell sind: die Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens ist allgegenwärtig, als diffuse Schreckensvisionen über Klimawandel, Krieg und Terror. Das „ewige Licht“ gilt in Judentum, Islam und Christentum als Symbol der Erlösung und Erkenntnis, im Gegensatz zur diffusen Finsternis.
LUX PERPETUA entwickelt neue Perspektiven auf Mozarts Originalkomposition und verarbeitet in musikalischer Vielschichtigkeit existentielle Fragen, die sich jenseits der kulturellen und religiösen Unterschiede jedem Menschen stellen.

Maximilian Guth – Komposition

Sa, 09.11. 2019   München | Matthäuskirche

So, 10.11. 2019   Stuttgart | Stadtkirche Bad Cannstatt