MessiaSASAmbura
Musik Ostafrikas und Händels Messiah
religiöse Entgegnung und kultureller Aufbruch?
„das asambura ensemble schafft es in einer ganz besonderen Weise, der Vielfalt, Diversität und auch der gesellschaftlichen Verantwortung,
die wir im Moment haben, einen richtigen Ton zu geben.
Es geht darum, dass wir Kulturen, Religionen, Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander verbinden -in einer Kultur, die füreinander in großem Respekt in die Gesellschaft trägt. Wirklich bewegend!“
– Prof. Kirsten Fehrs
Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
„Das asambura ensemble denkt um, denkt neu – und würdigt.
Ein Perspektivwechsel, um etwas Neues zu entdecken.
Vertraut – und doch ganz anders.
Denn wenn sich asambura mit klassischer Musik beschäftigt,
entstehen neue Klangwelten.
Unterschiedlichste musikalische Einflüsse fließen zusammen und genau das macht den Reiz aus.“
– Westdeutscher Rundfunk WDR –
In MessiaSASAmbura begegnet ein renommiertes Werk der europäischen Tradition, Händels „Messias“, ostafrikanischer Musik. Es entsteht Neue Musik: Musik im Jetzt, im SASA – das bedeutet in Swahili „Jetzt“. Einander fremde Musikstile und – sprachen gehen aufeinander zu, eine Reflexion der Narben der ostafrikanischen Kolonialgeschichte.
Die klanglichen Abstraktionen schaffen die für eine wechselseitige Wahrnehmung und einander durchdringende Transformation unverzichtbaren kreativen Räume.
Das Erlebnis der entstehenden Musik verändert Hörgewohnheiten und sensibilisiert den Blick auf eine sich wandelnde und weiterhin wandlungsbedürftige Welt.
MessiaSASAmbura entstand in Auseinandersetzung der Musiker*innen des asambura ensembles mit den musikalischen Traditionen und den Menschen in den Usambara Bergen und den benachbarten Steppen im Osten Tansanias, einer Region, die – ausgehend von eben dem Europa, das lange Zeit von seiner kulturellen und christlich fundierten Überlegenheit überzeugt war – missioniert wurde. Auch wenn manche positiven Wirkungen der Missionsgeschichte auch differenziert betrachtet werden müssen, verband sich doch die Missionierung mit kolonialer Anmaßung und Machtentfaltung. Beides hinterließ unauslöschliche Spuren – wahrnehmbar als noch immer schmerzhafte Wunden, als Narben und Prägung. MessiaSASAmbura stellt Fragen zu dieser vielschichtigen Vergangenheit und Gegenwart.
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Komposition • Maximilian Guth (nach Georg F. Händel)
Uraufführung • 2016 Minden. Mtae Lushoto.
„das asambura ensemble schafft es in einer ganz besonderen Weise, der Vielfalt, Diversität und auch der gesellschaftlichen Verantwortung, die wir im Moment haben, einen richtigen Ton zu geben.
Es geht darum, dass wir Kulturen, Religionen, Menschen unterschiedlichster Herkunft miteinander verbinden –
in einer Kultur, die füreinander in großem Respekt in die Gesellschaft trägt. Wirklich bewegend!“
Prof. Kristen Fehrs
Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland
„eindrückliches Überschreiten von Grenzen des bisher Gehörten“
Lübecker Nachrichten
„In seiner Rekomposition konfrontiert Maximilian Guth die bekannten Fugen und Choräle
aus Georg Friedrich Händels „Messiah“ nicht nur mit traditionellen tansanischen Melodien, Rhythmen, Klängen, Ritualen und Spielen, er stellt auch die verschiedenen Instrumentarien nicht nur einander gegenüber, sondern bringt jedes dieser Elemente radikal zu den jeweils anderen in Bezug. Was ist durch die kolonialistische christliche Missionierung in den betroffenen Regionen verloren gegangen? Was hat sich trotz allem bis heute bewahrt? Wie prachtvoll klingt ein barockes „Halleluja“ aus 40 Kehlen noch, wenn kritische Texte, wenn ubuntu, ngoma und yuba davor und danach an antikoloniale Aufstände erinnern, und im Kirchraum neben dem dreieinigen Gott ostafrikanische Ahnengeister und Naturmystik ihren Platz beanspruchen? Die bei Händel so unschuldig und stolz tönende christliche Religion verschattet Seit an Seit mit den traditionell tansanisch inspirierten, zeitgenössischen und spieltechnisch modernen Klanglandschaften, ohne jedoch, trotz der Ambivalenz, an musikalischer Schönheit zu verlieren. Im Gegenteil: Sie gewinnt, und zwar an Ehrlichkeit. Der Musik sind endlich all die Zweifel und Fragen eingeschrieben, die viel zu lange niemand gestellt hat.
Dafür zerlegt der Komponist die Händel’schen Melodien in ihre Einzelteile, presst aus den tansanischen Rhythmen und Gesängen konzentrierte Essenzen und führt beides in ineinander verwobenen Variationen streng durch. Dabei entstehen extrem treibende Grooves und dynamische Tänze, teilweise gleichzeitig, unter den langgezogenen Choralkantilenen Händels – genauso schweben aber auch nachdenkliche, improvisatorische Meditationen oder auch mal ein ganz nackt unveränderter Choral im Raum und halten die Nacht an. Das ist hochvirtuos in der Umsetzung, für die Musiker*innen des asambura-Ensembles aber ein absolutes Heimspiel – sogar in der herausfordernden Riesenakustik in der Dortmunder St. Petri-Kirche.“
Hannah Schmidt
Musikjournalistin für die Zeit und Deutschlandfunk
„Einen neuen Messias haben Maximilian Guth und das asambura ensemble in die Welt geschickt: einen, der vom christlichen Europa und der Kolonialgeschichte erzählt – und der Afrika endlich eine kraftvolle Stimme gibt. Dieser Messias dreht die Perspektive um: die faszinierende Kultur des afrikanischen Kontinents mit seinen Rhythmen, seinen Riten, seiner Lebendigkeit wird erlebbar und dahinter blitzt schemenhaft die europäische Kulturtradition auf. Ein Erlebnis! Nicht zuletzt durch das komplexe Agieren des Ensembles, das mit vielfältigstem Instrumentarium und großer Präsenz diese spannende musikalische Reise zu erzählen versteht.“
Claudia Belemann
Kulturradio WDR 3
„Das Werk nimmt gefangen und zieht den Hörer in seinen Bann. Klangflächen werden von rhythmisch-perkussiven Passagen abgelöst. Die Übergänge gelingen nahtlos und organisch.“
Mindener Tageblatt
„immer von Neuem überraschen Vielfalt und Raffinesse der Instrumentation.“
Neue Zeitschrift für Musik
„Das Motto des Werkes – ,Weite wirkt‘ – ist eine bewusste Bejahung des Stil- und Kulturpluralismus‘. Nicht um Aufhebung von Unterschieden, um einebnende Verflachung geht es, sondern um Toleranz, um das Aushalten des zunächst Fremden ohne Angst und Vorurteile.“
Neue Westfälische Zeitung
„Guths Musik lässt die Klangformen des asambura ensembles bestens zur Geltung kommen. Die Stücke wachsen meist aus wenigen Klängen heraus, die sich dann zu rhythmisch prägnanten Klangräumen formen. Damit bilden sie einen spannenden Kontrast zu Händels barocker Musiksprache, ohne zu ihr in Konkurrenz zu treten. In Zeiten der allgegenwärtigen Verzweiflung ist der Glaube an die Hoffnung eine der zentralen Botschaften, die weit über Länder und Konfessionen hinaus wirken kann.“
Mindener Tageblatt
„Das musikalische Niveau und die Qualität der Interpretation waren ausnahmslos überragend. Nie lies die Spannung nach, die tiefe Symbolik des Werks und seine assoziative Imaginationskraft waren mit allen Sinnenerlebbar. Minutenlange, stehende Ovationen des Publikums waren Dank und Lohn.“
Die Glocke
„Die Wirkung, die diese Instrumentalsuite auf den Hörer macht, ist unmittelbar und von großer Wucht: avantgardistische Klangflächen, aus denen sich unvermittelt Melodielinien der Soloinstrumente herausschälen, geflüsterte und geschriene Sprachpassagen, prägnante Rhythmen; und durch alles schimmert immer wieder das Händelsche Original. Weltwissen, das man nicht sehen kann.“
Mindener Tageblatt
„Ein kulturübergreifender Konzertleckerbissen!“
Göttinger Tageblatt
„Meister der musikalischen Alchemie“
Neue Zeitschrift für Musik
„Das berühmte „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels „Messias“ kommt einem in diesen Zeiten nur schwer über die Lippen: Krieg und Hunger, Flucht und Vertreibung bestimmen ja nicht nur die Schlagzeilen, sondern das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Diese Menschen brauchen Hilfe – und Hoffnung auf ein besseres Leben. MessiaSASAmbura versprüht diese Hoffnung und gibt zugleich jenen die nötige Kraft, die Menschen in Not helfen.“
Hannelore Kraft, ehem. Ministerpräsidentin NRW
messiaSASAmbura Interview
Radio Bremen
w/ Martina Brandorff
* Choreografie und Solistin Virginia Breitenbaumer (1)
* Choreografie Petra Nottmeier, Solistin Waridi Kapala (2, Uraufführung)
* Choreografie & Solistin: Manuela Bolegue (3)
* Choreografie & Solist: Michael Gagawala Kaddu (4)












